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Zur Geschichte des „Verein der Photofreunde Nowawes“
Der Verein wurde am 2. Februar 1922 gegründet. Damals
trafen sich 12 Fotofreunde im „Eisenbahnhotel“ in Nowawes., das dann
auch ständiges Vereinslokal wurde. Sie beschlossen „... gemeinsame
Unterhaltung, Belehrung, und Weiterbildung in der Kunst des
Photographierens“.
Nowawes, ein Ort mit 28.000 Einwohnern, gehörte zur
Provinz Brandenburg. Hier lebten überwiegend Arbeiter, Handwerker und
Gewerbetreibende.
Die „Lokomotiv- und Maschinenfabrik Orenstein & Coppel“
(später „Karl-Marx-Werk“) war der bedeutendste Industriebetrieb in
diesem Ort. Sonst war Nowawes hauptsächlich Zulieferer für die Stadt
Potsdam.
Die Vereinsarbeit der „Photofreunde Nowawes“ fiel in eine
schwere Zeit. Wir nennen sie zwar „Die goldenen Zwanziger“, aber diese
Zeit war auch geprägt von den Zahlungen für Reparationen, von der
Weltwirtschaftskrise, von den „Fürstenabfindungen“ und dem
Wiedererstarken des Militarismus.
In dieser Zeit gab es viele Erfindungen und Neuerungen
auf dem Gebiet der Fotografie. Die Fotografie durchdrang nun auch die
soziale Unterschicht. Die Produktion der „AGFA-BOX“ und ähnlicher
Modelle anderer Hersteller beschleunigte diesen Prozess. Fotografieren
wurde „Volkssport“.
Der 1. Vorsitzende der „Photofreunde Nowawes“ bewies viel
Findigkeit und nutzte die Reklameangebote der Kameraindustrie und der
chemischen Industrie für die Weiterbildung und materielle Unterstützung
der Mitglieder des Vereins. Da der Verein keine eigene Dunkelkammer
hatte lies sich der Verein Proben von Entwicklungssubstanzen,
Fotoplatten und Fotopaier schicken. Sogar preiswerte Kameras für neue
Mitglieder konnten so beschafft werden. Ebenso funktionierte die
Vortragstätigkeit zur Weiterbildung der Mitglieder.
Exkursionen und Diskussionen ergänzten das
Veranstaltungsprogramm. Die „Photofreunde“ beschickten Ausstellungen und
die Preisausschreibungen von Zeitungsverlagen. Sie konnten ihr Können
also deutschlandweit unter beweis stellen. Auch Gauveranstaltungen
wurden besucht.
Hier wurde ernsthafte Verbandsarbeit betrieben, die über
eine Wochenendbeschäftigung hinaus ging. |